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Kassos

 

Geschichte

Die Pelasgischen Mauern der Insel wurden um 1200 v. Chr erbaut. Auf der Insel fand man Ruinen von antiken Städten und eine große Zahl Keramikvasen minoischer Kunst. Auf Kassos sind die Einflüsse des benachbarten Kreta deutlich sichtbar.

Die Insel hat eine lange Tradition in der Seefahrt, sie ist aber klein und felsig und wurde von dem größten Teil der Bevölkerung verlassen, der sein Glück im Ausland suchte. Viele Männer aus Kassos sind Seeleute, Reeder oder Kapitäne, die alle Weltmeere durchkreuzten.

Die ersten Bewohner von Kassos waren die Phönizier. Später erlebte die Insel das gleiche Schicksal wie die Inseln der Dodekanes und vor allem das benachbarte Karpathos.

1537 wurde Kassos von den Türken besetzt. Während der türkischen Herrschaft genossen alle Inseln der Dodekanes bestimmte Privilegien, wie eine Art Autonomie. Es war allen türkischen Generälen, Offizieren und anderen Soldaten strengstens verboten mit den Insulanern in irgend einer Weise in Kontakt zu kommen oder sie schlecht zu behandeln. Für diese Privilegien zahlten die Inselbewohner zweimal jährlich Steuern. Laut Berichten griechischer und ausländischer Reisenden war Kassos zwischen den Jahren 1579 und 1599 unbewohnt.

Die Stadt, die 1622 wiederaufgebaut wurde, schloss sich mit dem Erzbischof von Karpathos zusammen. 1670 zählte Kassos ungefähr 5.000 Einwohner. 1768-1774 wurde die Insel von den Russen besetzt. Nach der Unterzeichnung des Koutjouk Kainartji Abkommens (10.-12 Juli 1774) mussten die Russen die Insel evakuieren, und sie fiel noch einmal in die Hände der Türken. 1778 besuchte der französische Reisende Savary die Insel und beschrieb sie als eine „kleine Seemacht, die von der Schifffahrt und dem Handel lebt.

Als in Griechenland der Befreiungskampf gegen die Türken begann, stellte Kassos 22 Kriegsschiffe mit drei Segeln und 60 Handelsschiffe zur Verfügung, von denen die meisten bewaffnet waren. Diese Flotte, die im Sommer vor der kleinen Insel Armathia und im Winter in Tristomo auf Karpathos ankerte, war dem Sultan ein Dorn im Auge. Nach dem gescheiterten Versuch gelang es den Türken, am 7. Juni 1824 die Insel zu besetzen. Ganz Kassos wurde damals in Brand gesetzt und die meisten ihrer Einwohner niedergemetzelt. An diesem Schreckenstag erinnern die Insulaner von Kassos gemeinsam jedes Jahr am 7. Juli mit Gedenkfeiern.

Die weitere Geschichte der Insel ist die der übrigen Inseln der Dodekanes. Am 7. März wurde Kassos mit Griechenland vereinigt. Die Insel zählte 1821 um die 11.000 Einwohner, 1912 war sie nur von 6.700 Menschen bewohnt. Heutzutage leben auf der Insel nur noch 1.200 Einwohner.

Die Höhle Ellinokamara (Kammer der Griechen) ist von großer archäologischen und historischen Bedeutung. Dort wurden Töpfe aus Tonerde von verschiedenen Epochen gefunden, die beweisen, dass die Höhle ein Verehrungsort von den mykenischen bis zu den hellenistischen Jahren war.

Der Archäologe Ludwig Ross, der Kassos 1843 besuchte, schrieb, dass die Insel ständig von Piraten angegriffen und geplündert wurde. Das war auch der Grund, warum die Insel oft verlassen wurde. Er fand Inschriften aus der hellenistischen, spätrömischen und byzantinischen Periode, sowie Säulen, Teile von Statuen, Münzen, Gräber und Vasen.
 

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